Wer sich mit der Auswahl und dem effizienzten Betrieb einer Wärmepumpe näher beschäftigt, sollte diese zwei Kenngrößen kennen: Die Jahresarbeitszahl (JAZ) und die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs). Beide Werte haben auch Einfluss auf die staatliche Heizungsförderung. Wärmepumpen, die die Fördervoraussetzungen grundsätzlich erfüllen, werden vom BAFA im Wärmeerzeugerportal gelistet.
- Jahresarbeitszahl (JAZ)
Wie effizient läuft Ihre Wärmepumpe – und was kostet es Sie. - Jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs)
Verschiedener Geräte und deren Energielabels vergleichen. - 30% bis 70 % Zuschuss Heizungsförderung
Bei Einhaltung der geforderten Jahresarbeitszahl und Erfüllung aller Voraussetzungen.
Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ)?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist ein Effizienzkennwert, der angibt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr im Verhältnis zur dafür eingesetzten elektrischen Energie bereitstellt. Je höher der Wert, desto effizienter heizt die Wärmepumpe. Die Jahresarbeitszahl bildet die reale Effizienz im eigenen Gebäude ab und berücksichtigt dabei das tatsächliches Nutzerverhalten, reale Außentemperaturen, Gebäudedämmung, Hydraulik, Systemauslegung und Warmwasserbereitung sowie den Stromverbrauch aller relevanten Komponenten. Sie gibt Hauseigentümer aufschluss darüber: Wie effizient läuft meine Wärmepumpe wirklich – und was kostet mich das.
- Beispiel: Eine JAZ von 4 bedeutet: 1 kWh Strom erzeugt 4 kWh Heizwärme.
- Für die Heizungsförderung wird eine JAZ von 3 oder besser gefordert.
Was ist die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (ETAs)?
Die jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz (häufig ηs oder ETAs) ist ein standardisierter Kennwert zur Bewertung des Wirkungsgrades eines Heizsystems im Jahresverlauf unter Normbedingungen – inklusive Berücksichtigung des Primärenergiefaktors des genutzten Energieträgers. Dadurch eignet sie sich gut für den standardisierten Vergleich verschiedener Geräte, aber weniger zur Prognose der realen Betriebskosten. Die ETAs dient nicht nur als Förderkriterium im Rahmen der Heizungsförderung sondern sie ist in der EU-Ökodesign-Richtlinie definiert und ist für die Vergabe von Energielabels verbindlich (z. B. A+++ bis G bei Wärmepumpen).
Vergleich aus Verbrauchersicht
| Ihre Fragestellung | Dieser wert ist entscheidend: |
| Wie hoch sind meine tatsächlichen Heizkosten? | JAZ |
| Wie effizient arbeitet meine Anlage im Alltag? | JAZ |
| Welches Gerät erfüllt Förderkriterien? | ETAs / JAZ |
| Welches Gerät hat das bessere Energielabel? | ETAs |
| Welches Gerät ist unter Normbedingungen effizienter? | ETAs |
Ist Ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet?
Für Neubauten gelten Wärmepumpen inzwischen schon als Standard, so dass alle Voraussetzungen bei Planung und Bau bereits berücksichtigt werden. Beim Nach- oder Umrüsten in Bestandsgebäuden werden jedoch höhere Anforderungen gestellt. Diese Faktoren sind bei der Bewertung wichtig:
Heizenergiebedarf
Das Gebäude hat einen geringen Heizenergiebedarf von etwa 100 kWh/ (m2/Jahr) oder besser.
Wärmeschutz
Dach, Fassade und Keller sind gut gedämmt, Gebäude mit Baujahr vor 1995 sollten energetisch saniert sein.
Sanierungszustand
Bei unsanierten Gebäude können Sanierungsmaßnahmen vor Einbau der Wärmepumpe erforderlich sein.
Heizkörper
Eine Fussbodenheizung oder Wandheizung (beides Niedertemperatur-Heizkörper) sind geplant bzw. vorhanden oder die vorhandenen Heizkörper sind großflächig ausgelegt.
Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur des Heizungssystems sollte für den Einsatz einer Wärmepumpe max. 55°C betragen, bei geringem Wärmebedarf liegt die optimale Vorlauftemperatur bei ca. 35 °C
Grundstück
Welche Bedingungen gibt es durch Ihr Grundstück? Ist das Aufstellen einer Luftwärmepumpe mit Abstand zum Nachbargrundstück möglich? Sind Bohrungen für Grundwasser- oder Erdwärmepumpe erlaubt?
Eine Heizlastberechnung schafft die Basis für einen effizienten Betrieb der Wärmepumpe
Wärmepumpen erzielen ihre höchste Effizienz bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Damit sie optimal arbeiten, muss die Heizleistung präzise auf das gesamte Gebäude sowie auf die einzelnen Räume abgestimmt sein. Ist die Anlage falsch dimensioniert, kann dies zu einem unwirtschaftlichen Betrieb und einer hohen Stromrechnung führen oder dazu, dass die Wohnräume nicht ausreichend beheizt werden.
Eine Heizlastberechnung ist darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung, um die staatliche Heizungsförderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Anspruch nehmen zu können.
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